Bäuerliches Leben im Mittelalter: Schriftquellen und by Siegfried Epperlein

By Siegfried Epperlein

Dieses Buch über die mittelalterliche Lebenswelt der Bauern ist Quellenwerk und Darstellung zugleich. Der Leser erfährt, wie die Bauern mit Naturkatastrophen, Hungersnöten und Seuchen umgingen. Die Bestellung des Feldes, Ernte und Weinanbau sowie die Leistung von Abgaben und Frondiensten prägten den Rhythmus des Jahres. Schädlinge galt es zu bekämpfen und Tierkrankheiten zu verhindern. Auch Trinken, Raufen, Beleidigen und Tanzen gehörten zum Lebensalltag. Die Quellentexte dokumentieren, wie eine Bauernhochzeit gefeiert wurde und worin die Werte bäuerlicher Ehe und Familie bestanden. Im Alltag spielten auch Sorgen um die Gesundheit eine Rolle.Neben Annalen, Chroniken oder Urkunden lässt Epperlein auch Fabeln, Sprüche, Schwänke und Volkslieder sprechen. Aus Bußbüchern und Segenssprüchen leitet er ab, wie die Bauern sich selbst sowie Natur und Gesellschaft wahrnahmen. Ergänzend zu den Schriftquellen, die alle übersetzt sind, wird eine Vielzahl zeitgenössischer Bildzeugnisse präsentiert und kommentiert.

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"Das hohe reflexive Niveau der Beiträge, die intensiven Überlegungen zu verwendeten Begriffen, methodischen Grundlagen und thematischen Zuschnitten sowie die praktische Umsetzung in Detailstudien lassen den Band zu einer anspruchsvollen und anregenden Lektüre werden. " Kordula Wolf in: H-Soz-u-Kult, November 2011

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C'est avec de nouvelles lunettes que les historiens proposent, depuis les années 1980, de rendre compte d'un XIX e siècle composite, hybride, pluriel, désormais " masqué " par un siècle d'interprétations. Un siècle fait de bouleversements profonds, discontinus, inégalement perçus et vécus, mais décisifs.

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522. Es gab eine so große Hungersnot [1151], daß ein halber Scheffel Weizen für 30 Schillinge verkauft wurde, und 6 ziemlich kleine Brote kaufte man für 7 Schillinge. Die Fürsten selbst hatten einige Tage kein Brot und lebten von Breien verschiedener Art; das Volk lebte vom Fleisch seiner Tiere und von Kräutern, mehrere Tausend Menschen starben vor Hunger, so daßin den Dörfern viele Häuser von Bewohnern leerstanden. 1151. Ottobeuren. Annales Ottenburani, S. 313. Eine Mitte des 12. Jahrhunderts Mittel- und Westeuropa heimsuchende Naturkatastrophe beeindruckte die Zeitgenossen derartig, daß sie weitgehend übereinstimmend und gleichzeitig aus sehr entfernt liegenden Orten darüber berichten.

Annales imperiales, S. 580. Saturn, ein Stern von sehr kalter Natur In diesem Jahre gab es eine große Hungersnot. Denn der Saturn, einer der 7 Planeten, ein Stern von sehr kalter Natur, der in diesem Jahr am äußersten Rande des Sternbilds Widder stand, hatte die vorhergehenden 7 oder 8 Jahre unfruchtbar und das Land nahezu unempfänglich gemacht, so daß es nur in wärmeren und fruchtbareren Landstrichen seinen Bestellern geringe Ernteerträge und spärliche Weide brachte. In dieser unfruchtbaren Zeit sind fast in allen Ländern zahllose Menschen an Hunger gestorben; die übrigen haben ihr Leben mit Kräutern, Pflanzenwurzeln und auch mit dem Verzehr von Baumrinde kläglich gefristet.

Werdener Urbare, S. 15 f. Diese Dienste sind in einem Güter- und Leistungsverzeichnis (Urbar) des Benediktinerklosters Werden a. d. Ruhr enthalten, das um 800 zur Christianisierung der von Karl dem Großen unterworfenen heidnischen Sachsen gegründet wurde. Die genannten Arbeiten für die Feldbestellung mußten für die dem Kloster Werden unterstehende Grundherrschaft Friemersheim am Rhein geleistet werden. Sie waren, wie alle Frondienste im Mittelalter, unentgeltlich für den Grundherrn zu verrichten, wenn man von hier und da gereichter Beköstigung und anderen geringfügigen Zuwendungen absieht.

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