Bedeutung und Begriff: Zur Fundierung einer by Siegfried J. Schmidt

By Siegfried J. Schmidt

Es ist ein aufHilliger Zug in der heutigen intellektuellen Welt, daß an vielen Orten und in vielen Zusammenhängen die Rolle und die Wichtigkeit der Sprache betont oder neu hervorgehoben wird. Die Reaktionen auf dieses gestiegene und noch weiter steigende Interesse sind, soweit es die eigentlich sprachorientierten Disziplinen betrifft, unterschied­ lich: Die neueren Philologien haben immer dann, wenn sie in modernerer Ausrichtung betrieben und vertreten werden, die sprachlichen Gegebenheiten ihrer Objektbasis, additionally ihrer kulturrelevanten Texte, mitzuberücksichtigen versucht; die Sprachwissenschaft selbst hat im Rahmen ihrer speziellen Ausprägung einer Allgemeinen Sprachwissenschaft ex officio mit der Sprache als solcher zu tun und z. B. in der Erforschung sprachlicher Universalien bestimmten universellen und generellen Zügen Rechnung getragen; die Philosophie schließlich hat nicht nur im Rahmen sprachphilosophischer Fragen über Sprache reflektiert, und innerhalb der Sprachphilosophie selbst hat sich die Erkenntnis durchzusetzen begonnen, daß eine Anerkennung und Berücksichtigung allgemein-lingu­ istischer Ergebnisse auch für philosophische Sprachreflexionen von Wert sein kann. Die vorliegende Arbeit gehört in diese letztgenannte Gruppe und verbindet philosophische Problem-mit linguistischer Sachkenntnis. Die Arbeit erhält damit einen besonderen Wert: Kann sie einerseits zu einer Modifi­ kation und Differenzierung philosophischer Problemstellungen anregen, so kann sie andrerseits zu einer Erweiterung des linguistischen Gesichtspunktspektrums beitragen. über die Konsequenzen philosophischerseits werden diejenigen urteilen, aus deren Be­ reich die Arbeit hervorgegangen und zu deren Anregung sie geschrieben ist, d. h. die Philosophen als Sachwalter spezifisch philosophischer Thematik.

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1780 Fotografien sind zur „Schule der Freundschaft“, einem bilateralen Projekt der Bildungszusammenarbeit zwischen der DDR und der VR Mosambik, überliefert. In diesem einzigartigen Quellenkorpus, den Jane Schuch untersucht, manifestieren sich das Scheitern politisch-pädagogischer Erziehungsambitionen der DDR, die DDR-weiße Sicht auf das afrikanisch Andere und die Widerständigkeit der Jugendlichen.

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Das Buch zeigt Möglichkeiten auf, für eine angemessene Umweltpädagogik evolutionssoziologische mit sozial- und kulturwissenschaftlichen Aspekten zu verknüpfen. Seit der Konferenz der Vereinten Nationen 1992 zu ,Umwelt und Entwicklung' wird versucht, eine Erweiterung des umweltpädagogischen Arbeitsfeldes zu betreiben, indem ökologische mit sozialen und ökonomischen Aspekten verbunden werden.

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41). Alston bestimmt nun mit Hilfe dieser Terminologie die Bedeutungsgleichheit von Sätzen so, daß zwei Sätze immer dann dieselbe Bedeutung haben, wenn sie dazu benutzt werden, denselben "illocutionary act" auszuflihren (S. h. " - "SI means S2 = def. " (S. 36). Diese Defmition erlaubt es nun, in analoger Weise auch die Bedeutungsgleichheit von Wörtern zu definieren. Ein einzelnes Wort dient zwar nicht dazu, einen "illocutionary act" auszuführen; aber in einer Äuf~erung, die eine solche Handlung realisiert, spielt das Wort die Rolle einer distinkten Komponente, in dem Sinne, daß die Ersetzung eines Wortes durch ein nicht-synonymes das "illocutionary-act potential" ändern würde; Wörter sind also immer dann synonym, wenn sie denselben Beitrag zum "illocutionaryact potential" leisten.

Zugleich erinnert Rhees daran, daß Bedeutungen gelernt werden, und daß mit dem Lernen (auch) die Regeln des Gebrauchs als objektive (intersubjektive) Konstitutiva der Bedeutung gelernt werden. Dieses Regellernen kann aber nicht gedeutet werden als ein Befehlen-Gehorchen, sondern als erfolgreiche Teilnahme an einer Sprache und der in ihr realisierten Art zu leben. "Using ... ] in their meanings is what we call following a rule. " (S. 101)"Misunderstanding or mistaking the meaning belongs to taking part in thc language ...

Is connected, namely the practical events", wobei der gesamte Situationszusammenhang vor, während und nach der Sprachäußerung als flir die Bedeutung möglicherweise relevant berückSichtigt werden muß. Den umfangreichsten Beitrag zu einer verhaltensbezogenen Bedeutungstheorie bildet die semiotisch-semantische Theorie Charles Morris' in "Signs, Language, and Behavior" (1955) mit dem Ansatz, die Bedeutung eines jeden Zeichens so zu bestimmen: " ,We have ... simply to determine what habits it produces'.

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